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Sommer, Wahlen und Formulare (Update 1)

Dieser Sommer ist definitiv heisser als sonst – seit knapp einem Monat geniessen wir mindestens 30 Grad (oder mehr), in Kombination mit mehr oder weniger erfrischenden Peinlichkeiten aus dem Wahlkampf.

Wir haben uns in diesem Jahr noch nicht sonderlich engagiert, werden aber sicher wieder nach New Hampshire fahren um für Hillary ein paar Stimmen zu sichern. Lohnt sich das überhaupt? Auf jeden Fall! Im Jahr 2000 verlor Al Gore den Staat nur wegen 2000 Stimmen (aus gesamt 540’000); und wenn er denn gewonnen hätte, wäre er damals Präsident geworden. Ein klassischer Swing-State eben, und das ist heute nicht anders. Spannend wird es auf jeden Fall!

Weniger ein Abenteuer als eine grosse Erleichterung ist die neue Wohnung. Ja, wir sind tatsächlich wieder umgezogen, zum 3. Mal in den USA – und es wird immer besser, dieses mal sind wir in “Cambridge” gelandet (fancy, oder?!). Mit Baby und Katze war es and der Zeit, in ein Haus ohne Löcher im Boden, ohne Miniature- Badewanne und ohne rollende Geschirrwaschmaschine zu ziehen. Und hier sind wir nun: in einer (zugegebenermassen überteuerten) Loft, untergebracht in einer früheren Bäckerei, mit Backsteinwänden, 3.5 Meter hoher Decke, ebenen Böden und brandneuen Bädern. Und alles funktioniert! Wie Ferien!

Der Umzug war mit ein Grund dafür, dass ich die form N-400 etwas verspätet ausgefüllt und abgeschickt habe. Das Formular an sich war eigentlich durchaus machbar. Das mühsamste? Jede (!) internationale Reise der letzten 5 Jahre auf den Tag genau (!!) anzugeben. Denn ein Kriterium ist, nicht länger als 6 Monate am Stück und maximal 2.5 Jahre (über die letzten 5 Jahre) den USA fern geblieben zu sein. Immerhin fand ich alle Flugtickets irgendwo in meiner Mailbox.

Und das ist bisher passiert (diese Liste wird laufend ergänzt, letzte Aktualisierung: 21. August, 2016):

  • 08/01/2016 – Tag 1: Unterlagen via UPS abgeschickt
  • 08/04/2016 – Tag 4: Lieferbestätigung UPS erhalten
  • 08/05/2016 – Tag 5: USCIS belastet Kreditkarte mit $680
  • 08/08/2016 – Tag 8: USCIS Eingangsbestätigung via SMS erhalten, inkl. Case Number
  • 08/12/2016 – Tag 12: USCIS Eingangsbestätigung via Post erhalten

Update 1:

  • 08/26/2016 – Tag 26: Notification Biometrics Appointment erhalten
  • 09/07/2016 – Tag 38: Biometrics Appointment

Meinen Freunden und Bekannten habe ich noch nicht davon berichtet. Was auffällt: die meisten Schweizer sorgen sich am meisten um meine anstehenden finanziellen Pflichten – “oh, dann bezahlst Du also dein Leben lang Steuern?” In der Diskussion wird meistens schnell klar, dass man am ehesten die Schreckensgeschichten aus den Medien kennt, und nicht so sehr das Steuersystem hier in den USA. Es ist weniger dramatisch als angenommen: unser kombiniertes Einkommen ist einfach zu gering (wir arbeiten daran 🙂 und ein Millionen-Erbe steht auch nicht an.

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N-400 – Application for Naturalization

Es ist Neujahr (wir hoffen ihr seid alle gut gerutscht!) – und damit auch schon mehr als 4.5 Jahre her, seit wir die Greencard erhalten haben. Und ja, wir meinen damit die eigentliche Karte (sie ist übrigens wirklich grün, nur um das wieder einmal erwähnt zu haben). Das ist an sich nicht sonderlich aufregend; doch es steckt viel mehr dahinter: nach 57 Monaten könnten wir die Form N-400 ausfüllen, und damit die US Staatsbürgschaft beantragen. Man muss sich das mal vor Augen halten: Ein Land vergibt in der heutigen Zeit in einem Lotterieverfahren permanente Aufenthaltsbewilligungen, und ist danach bereit diese Personen auch noch einzubürgern! Genau solche Dinge sind so faszinierend an den USA. Und wie immer gibt es natürlich auch den krassesten Gegensatz: Donald Trump, der wohl nicht nur die Lotterie unverzüglich einstellen, sondern uns vielleicht auch gleich des Landes verweisen würde…

Ein paar kuriose Fragen aus der Form N-400:

  1. Between March 23, 1933 and May 8, 1945, did you work for or associate in any way (either directly or indirectly) with: The Nazi government of Germany?
  2. Do you owe any overdue Federal, State, or local taxes?
  3. If the law requires it, are you willing to bear arms on behalf of the United States?

Der Antrags-Prozess ist ziemlich klar strukturiert und falsch machen kann man eigentlich nicht viel. Formular ausfüllen (tricky: sie wollen wissen, wann wir genau im Land waren – jeder Trip ins Ausland muss aufgelistet werden) und dann heisst’s: büffeln! Man muss nämlich einen Test bestehen, und der ist nicht ohne. Cool, oder?

Und solche Fragen muss man dann am Test beantworten können:

  1. Under our Constitution, some powers belong to the states. What is one power of the states
  2. Before he was President, Eisenhower was a general. What war was he in?
  3. There are four amendments to the Constitution about who can vote. Describe one of them.

Das Formular ist locker machbar; aber die Fragen und Antworten zum Test sind etwas schwieriger (nur schon wegen der Stresssituation; man beantwortet die Fragen mündlich beim Interview). Wenn es Euch interessiert, hier sind alle Testfragen mit Antworten.

Aber sollen wir es wagen und  die Staatsbürgerschaft beantragen? Ist es überhaupt angebracht, diese Frage zu stellen? Wir könnten die Schweizerische weiterhin behalten und wir könnten auch ohne Probleme zurück in die Schweiz ziehen (jederzeit – und, und hier kommt’s, auch jederzeit wieder zurück in die USA auswandern; “verlieren” kann man nur die Greencard; nicht aber die Staatsbürgerschaft). Allerdings müssten wir von dann an amerikanische Steuern zahlen, egal wo wir wohnen. Wieviel das ist, müssen wir noch herausfinden (stay tuned!). Und wir müssten schwören, im Kriegsfall mit der Schweiz uns auf die Seite der Amerikaner zu schlagen. Können wir das mit unserer helvetischen Seele in Einklang bringen?

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Sommer, Reisen, Ferienzeit

Wow, es geht also auch anders: Der Sommer ist da! Und zwar noch immer, obwohl schon die ersten Blätter abfallen! Es ist warm bis heiss, die Sonne scheint praktisch jeden Tag und geht erst nach 7pm unter.

Der Sommer in Boston ist drückend heiss, so heiss, dass der Vermieter uns eine Klimaanlage ins Wohnzimmer gestellt hat. Und das geht so: Fenster hochschieben, genormte Anlage ins Fenster stellen, hinten mit zwei Schrauben fixieren und dann das Fenster so weit runterschieben bis es bündig mit der Oberkante der Anlage ist. Voila! Wenn’s draussen windet zieht es übrigens auch schon ohne Einschalten durch die Ritzen links, oben und unten. Das kann ja noch heiter werden im Winter.

Wir müssen übrigens unsere Meinung revidieren: Es gibt sehr wohl Jahreszeiten in Boston, nicht nur Winter! Sommer gibt es, und bis jetzt hatten wir auch immer einen schönen Herbst mit der berühmt farbigen “fall foliage”. Hoffentlich auch dieses Jahr!

Obwohl wir hier keinen Arbeitsvertrag haben und die meisten Amerikaner nur 2 Wochen Ferien im Jahr bekommen, sind wir hier in Boston viel liberaler unterwegs als in anderen Regionen der USA. Der zweitgrösste Startup-Hub (nach San Francisco) verfügt über eine junge, lebendige und flexible Arbeitskultur. Hier gibt es zum Beispiel vielerorts keine fixe Ferienregelung: So lange man seinen Job gut erledigt, kann man auch mal frei nehmen, am Morgen erstmal noch einen Kaffee trinken gehen oder am Abend früh zum Apéro. In diesem Jahr ging’s deshalb über längere Wochenenden in die Yellowstone und Grand Teton Nationalparks, nach Miami und nach San Francisco. Die Dimensionen dieses Landes beeindrucken uns immer wieder: Der Flug nach Salt Lake City dauerte ganze 5.5 Stunden (nur etwas weniger als die Reise nach Zürich!).

Ansonsten ist der Alltag längst eingekehrt – und wir sind daran, ihn etwas “aufzupeppen”: Das erste, hässliche Auto wurde ersetzt (durch jenes welches wir schon immer haben wollten, aber wegen fehlender Credit-History nicht finanzieren konnten), das zusammengewürfelte Geschirr und Besteck kommt bald raus, und die Wohnung wird besser möbliert. Oder vielleicht finden wir sogar eine bessere, schönere? Nochmals einen Winter in dieser lottrigen Holzhütte zu verbringen ist nicht die schönste Aussicht…

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Jahreszeiten oder auch nicht

Endlich ist es wieder soweit, draussen zwitschern die Vögel, die Katze verlässt wieder freiwillig die Wohnung, und man hat sogar richtig Lust darauf, die hölzerne Wohnung zu verlassen und die Gegend zu erkunden! Klingt nicht sonderlich speziell für Europäische Verhältnisse. Wir mussten jedoch auch in diesem Jahr feststellen, dass Herbst und Frühling ganz einfach inexistent sind hier in Boston. Gleich nach dem Sommer kommt der Winter. Da liegen nämlich erstmal 2 Meter Schnee (die über drei Tage und stürmische Nächte gefallen sind – und die Metro für ganze 3 Tage völlig lahmgelegt haben), und es dauert seine Zeit, bis diese dann wieder weggeschmolzen sind. Natürlich geht das nur, wenn’s wärmer wird – tut es aber nicht. Bis es urplötzlich wieder 20 Grad Celsius ist. Alles klar? 🙂

Womit wir schon beim nächsten Thema sind – Holzhütte, Baby und Nachbarn. Um was geht’s genau? Naja, wer uns schon hier besucht hat, kennt unsere liebe Bruchbude hier (unsere Eltern beschreiben sie unabhängig voneinander als “wie im Mittelalter”). So dramatisch ist es selbstverständlich nicht, aber die Kombination ist es eben, die es ausmacht:

  • Holzhütte heizen: im Rekordwinter hiess das in den letzten 4 Monaten jeweils über $300 Heizkosten pro Monat. Es wird zwar recht schnell warm, aber die Wärme geht leider fast so schnell durch die undichten Fenster und Türen und die papierdicken Wände wieder verloren.
  • Babyschlaf: Die Heizung rattert, dröhnt und klopft wenn sie läuft, direkt unterhalb des Babyzimmers. Getrennt nur durch eine Bretterschicht (im Badezimmer sieht man, ob das Licht im Keller an ist, durch ein Loch neben dem Heizungszufluss!!!). Die Lösung heisst entweder frieren während das Baby schläft, oder Babyschlaf und Heizplan genauestens aufeinander abstimmen.
  • Wetterbedingt entschieden unsere Nachbarn im Winter, den Keller als sechstes Wohnzimmer und Spielwiese für ihre Kinder zu benutzen. Das ist dann so laut wie wenn sie gleich bei uns in der Wohnung kreischen und rumrennen würden.

Wäre also eine eigene Wohnung kaufen eine Option? Irgendwie wär’s noch cool – für die Kleine, wenn sie dann in 20 Jahren mal in die USA ziehen will (ja, wir kommen sicher mal in die Schweiz zurück – Colleges sind hier unbezahlbar). Wir könnten die Wohnung wohl ohne Weiteres vermieten, wenn wir zurück in die Schweiz gehen. Und vor allem wäre es viel schöner und etwas moderner als im Mittelalter! Wir werden sehen.

Die Rekord-Besucher-Welle ist übrigens schon vorbei, das Baby fast der gesamten Familie vorgestellt, und seit dieser Woche sind wir wieder unter uns. Wir suchen aber immer wieder nette Babysitter! Allerdings können wir kein Gästezimmer mehr offerieren (oder will jemand mit dem Baby im gleichen Zimmer schlafen?). Aber die Kleine ist ja Bonus genug, nicht wahr? 🙂

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Im Spital

Wir haben wohl noch nie in unserem Leben so viel Zeit in einem Spital verbracht wie hier in den USA. Aber wir können euch beruhigen, wir hatten einen schönen Grund für den Aufenthalt 🙂 Und es war eine sehr gute Erfahrung! Top “service” (wenn man dem so sagen kann), sehr freundliches und zuvorkommendes Personal und gutes Essen! Und die Kreditkarte mussten wir auch nie zücken!

Ein paar Eindrücke vom Spital:

  • Das Mass General Hospital ist nach der Mayo Clinic in Minnesota das zweitbeste Spital der USA und verfügt über das grösste Forschungsbudget weltweit. Wir fühlten uns jedenfalls rund um die Uhr wohl und richtig gut betreut.
  • Der Spitalcampus umfasst Gebäude die locker mit den Schweizer Spitälern mithalten können; in anderen Teilen scheint aber die Zeit stehengeblieben zu sein.
  • Essen bestellt man von der grossen Speisekarte, die täglich ändert. Bestellen kann man so viel man will und die Mahlzeiten sind amerikanisch gross.
  • Bezahlen muss man vor Ort nie etwas. Gezeigt wird die Krankenkassenkarte und das war’s. Man muss aber unterschreiben, dass die Daten mit anderen medizinischen Providern geteilt werden dürfen und dass man für jene Kosten aufkommt, die von der Krankenkasse nicht gedeckt sind.
  • Als Besucher oder Patient kostet ein Parkplatz in der Garage maximal $10 pro Tag.

Der Grund für den Spitalaufenthalt war wie gesagt ein schöner: Seit kurz vor Weihnachten sind wir zu dritt hier in Somerville! Die neue Mitbewohnerin trägt noch nicht viel zum Haushalt bei (ausser extra Wäsche) und hält auch von Ruhezeiten nicht viel. Ansonsten ist sie aber perfekt und wir würden sie nie mehr hergeben! (Die Katze könnte diesbezüglich allerdings eine andere Meinung haben.)

Seit Weihnachten ist nun schon einige Zeit vergangen, Besuch war hier und ist wieder abgereist – und viel Schnee ist gefallen! Nach Wintersturm Juno, die uns über Nacht mit Sturmwind knapp einen Meter Schnee brachte, beglückt uns heute Linus mit noch mehr Schnee – und es waren noch nicht mal alle Strassen geräumt vom Juno-Schnee! Wir hoffen, wir bleiben dann wenigstens für den Rest des Winters etwas verschont! Immerhin haben wir jetzt wider genügend Vorräte und Konserven im Schrank: Am Tag vor dem Sturm werden jeweils die Läden leer gekauft und man muss froh sein, wenn man noch eine Milch ein paar schrumpflige Kartoffeln findet. Dabei ist Essen noch die kleinste Sorge: Viel schlimmer als Hunger wäre es, wenn der Strom ausfallen oder die Wasserleitungen einfrieren würden – beides leider sehr realistische Szenarien.

Aber bisher haben wir alles gut überstanden. Und vielleicht dauert es ja dieses Jahr nicht bis im April bis der Frühling beginnt!

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Baby-Duschen und andere Geschenke

Was man nicht so alles mit den USA in Verbindung bringt. Fast Food – ja klar. Shopping? Auf jeden Fall! Kinder? Naja, eher nicht im ersten Moment. Nun wissen wir: es ist die Kombination! Wenn alles gut geht kommt der Nachwuchs noch vor Weihnachten auf der Welt. Und ja, es wird natürlich eine Amerikanische Staatsbürgerin werden – noch bevor die Schweiz überhaupt etwas von ihr weiss.

Bis zum ersten Arztbesuch funktioniert Baby-mässig alles gleich :). Die Unterschiede danach sind minim. Wir haben das Glück, mit dem Massachusetts General Hospital eines der besten Spitäler der Welt um die Ecke zu haben. Die Infrastruktur ist top modern, das ganze eher anonym (völlig ok) und die Baby-Abteilung mit modernsten Sensoren (und die eigentlichen Babys mit GPS Trackern!) ausgerüstet. Es gibt individuelle Zimmer, zwei davon mit Wirlpool, und die “Childbirth Education Class” ist wirklich gut. Wir wissen nun wie viele Kaiserschnitte es in den USA so gibt (knapp 60%!), haben uns mit iPhone Apps eingedeckt um den Abstand der Wehen zu messen und überlegen die ganze Zeit, ob wir nun mit dem eigenen Auto oder per Uber ins Spital düsen sollen.

Und wie war das nun mit der Kombination aus Shopping, Fast Food und Kindern? Genau, Baby-Showers!! Das geht so: man wird von Arbeitskollegen ganz nebenbei gefragt, ob man denn die Baby-Registry nun bei Amazon or Baby-R-Us angelegt habe. Schwer von Begriff wie wir sind dauerte es ein paar Tage, bis wir die Wunschliste zusammen gestellt hatten. Und gleich ging es los: Wie wild kauften Freunde und Arbeitskollegen alles auf der Liste. Wir sind schon mit fast allem eingedeckt, was man für ein Konsum-Baby so braucht. Selber ausgegeben haben wir knapp $50. Und das ist noch nicht alles: Übergeben wird einem alles bei der Arbeit – da wird dann gleich noch eine Party organisiert, Muffins und Bier ausgeteilt, Berge von Geschenke angehäuft… Es war überwältigend, lustig und – ganz amerikanisch. Aber auf das haben wir uns ja eingelassen 🙂

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Auswanderung in Zahlen – 2 Jahre!

Vor 2 Jahren und 3 Tagen haben wir die Schweiz verlassen, und wir haben unser eigenes Jubiläum verpasst! Trotzdem gibt es ein paar Zahlen zur Feier des Tages:

  • in den letzten zwei Jahren waren wir nur 14 Tage nicht im Land; 11 in der Schweiz, 3 in Kanada
  • von den 50 US Staaten haben wir schon 31 bereist (Alaska, Washington, Oregon, California, Nevada, Arizona, Utah, Colorado, Minnesota, Iowa, Missouri, Wisconsin, Illinois, Michigan, Ohio, Pennsylvania, New York, Vermont, New Hampshire, Maine, Massachusetts, Rhode Island, Connecticut, New Jersey, Delaware, Maryland, Virginia, North Carolina, South Carolina, Georgia, Florida)
  • üblicherweise hat man pro Jahr nur 10 Ferientage, dazu kommen 13 Feiertage (in MA)
  • 12 Flaschen amerikanisches Bier (Sam Adams) kosten $16, 6 Flaschen deutsches Bier (Weihenstephaner Weissbier) $12
  • die Krankenkasse für die ganze Family schlägt mit $250 pro Monat zu buche, den Rest – $800!!! – trägt der Arbeitgeber
  • Mutterschaftsurlaub ist obligatorisch, 5 Wochen davon gibt’s in Massachusetts, weitere 7 sind (federal) law; aber unbezahlt
  • Der Grund weshalb man mit dem Auto einkauft, sind die grossen Verpackungen: die Milchpackung ist 3.8 Liter gross
  • Magazine für Pistolen mit 15 Kugeln sind illegal, man muss mit 10 Vorlieb nehmen
  • ein Hauptgang für mehr als $10 ist teuer, $15 überrissen
  • die Monatskarte für die Metro gibt’s für $75

Happy Labor Day!

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Frühlingslos!

In Boston gab es in diesem Jahr keinen Frühling. Nach eisiger Kälte (monatelang) und den bisher höchsten monatlichen Kosten für Gas und Strom ist es endlich warm geworden. Zu warm. Wir überlegen uns ernsthaft, eine hier typische “AC window unit” zu besorgen. Das ist eine Klimaanlage amerikanischer Art – modular und unkompliziert: Fenster öffnen (die kann man so nach oben schieben), Anlage (genormt!) reinstellen, Fenster runter – soweit es eben noch geht – dann noch mit etwas Plastik die Ritzen abdecken, zunageln, fertig. Mit einer solchen window unit bringt man die Temperatur auf erträgliche 20 Grad Celsius runter, deutlich kühler als es momentan in unserer Wohnung ist! Dafür ist es dann leider auch lauter…. Und die Stromrechnung ist dann wohl auch wieder auf Winter-Niveau. Entweder schwitzen wegen der Hitze oder wegen der Kosten, immer diese Entscheidungen!

Wie im letzten Jahr verbringen wir langsam aber sicher wieder mehr Zeit draussen. Meistens geht es mit dem Auto in die Berge – jawoll, Berge! In die White Mountains in New Hampshire. Der Staat ist unser absoluter Favorit: Hunderte Kilometer Wald, weniger Bewohnerinnen, viele Schwarzbären, keine Helmpflicht für Motorradfahrer (“Live free or die”) und eine Pistole kann man sich einfach mit dem Fahrausweis vom Laden mitnehmen. Aber am meisten gefallen uns schon die Berge! Und nein, die Berge sind natürlich nicht mit den Alpen vergleichbar. Trotzdem kann das wandern hier ein Abenteuer sein: verlaufen, wilde Tiere, unmarkierte Pfade, Unterkühlung und zu wenig Benzin im Auto haben und auf halber Strecke stehen bleiben – alles schon gehabt. Morgen geht es auf den Mount Washington (über 6000ft) – 2.45 Stunden fahren, 9 Meilen hiken (ca. 7.5 Stunden) und dann wieder 2.45 Stunden auf der Autobahn. Das ist Wandern in Neuengland.

Und ausserdem: Eine kleine Amerikanerin ist unterwegs (no, it won’t be a Heidi), viele Besuche stehen an (Manu, ich hoffe es klappt – und ja, Du auch Christianjan!), wir möchten eine Woche lang in die Ferien (ja Carmen und Röbu) und wir vermissen die Familie (Ameni, es wird alles gut :)) Wir freuen uns auf die kommenden Monate!

Happy 4th of July allerseits!

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Alltag?

Wie schnell der Alltag einkehrt merkt man wohl an der Häufigkeit unserer Blog-Posts; mehr als drei Monate ist es her seit dem letzten. Das ist einerseits ein gutes Zeichen, andererseits doch recht frustrierend! Wir machen die Ruhe deshalb jetzt mit einer Liste wett: 20 Dinge die wir in den letzten drei Monaten hier erlebt/gelernt haben.

  • Man kann in den USA ein Fondue in Schweizer Qualität hinbekommen! Mit Käse aus Frankreich und Wisconsin – und Brot von den Swissbäkers.
  • Eine Reise nach Miami ist auch zum zweiten Mal super, die Everglades wunderschön, und Key West immer noch genau gleich weit weg wie vorher (und deshalb ausser Reichweite).
  • In Boston wird schon am Mittag Bier getrunken – die Tour durch die eigentliche Brauerei verkommt dann eher zur Nebensache.
  • Lust auf ein Abenteuer auf dem Schiessplatz? Unterzeichnen muss man nur einen simplen “waiver”, das wars. Zur freien Verfügung stehen 9mm und Kaliber 45 Pistolen, Maschinengewehre und Shot-Guns. Einen Pin in Pistolen-Form gibt es kostenlos dazu.
  • Eine Reise im Zug von Boston nach NewYork fühlt sich fast schon wie in Europa an – nur haben wir da kein kostenloses Internet; und es funktioniert erst noch!
  • Nach einem mühsam ersten Jahr ist unsere diesjährige Steuerklärung nur noch 45 Seiten lang, im Vergleich zu knapp 59 im letzten Jahr! Cloud-based, natürlich.
  • Gewerkschaftlich organisierte Arbeiter (im Beispiel: “Zügel-Firmen”) sind extrem freundlich, extrem langsam, sehr ineffizient und können einem das Leben wirklich schwer machen.
  • Wir haben einen neuen Nachbarn – leider! Schon zum zweiten Mal hat uns ein Stinktier besucht, und sich vor unserem Schlafzimmer erleichtert. Es blieb nur die Flucht auf’s Sofa im Wohnzimmer. Wirklich (!) übel (!!).
  • Der Sommer lässt sich in diesem Jahr wirklich Zeit – heute, zum allerersten Mal, hiess es: 3/4 Hosen anziehen und Sonnencreme hervorkramen.
  • Aline, wir werden Dich vermissen – Du warst ein super Vorbild für unser US Abenteuer und wirst uns sehr fehlen!

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Winterzeit – a never ending story

Heute geniessen wir ungefähr zum etwa fünften Mal dieses Jahr einen “snow emergency”. Das ist ganz witzig zu erleben, es klingt meistens, als ginge die Welt unter. Ablauf und Verhaltensregeln:

  1. Man kriegt einen automatischen Anruf, ein SMS und eine E-Mail. Da wir sowohl auf der Liste von Somerville als auch Cambridge gelandet sind (wie bloss?) alles doppelt; d.h immerhin 6 mal der Hinweis auf den Emergency.
  2. Nach der Deklaration des “snow emergency” ist das parkieren nur noch auf einer Strassenseite erlaubt, nämlich jener mit den ungeraden Hausnummern.
  3. Alle rennen nach draussen und parkieren das Auto um; es herrscht Krieg, schliesslich sind doppelt so viele Autos draussen wie auf nur einer Seite Platz finden – wer zuerst kommt läuft weniger weit!
  4. Bier- und Wein-Vorrat auffüllen, Milch und Brot bereithalten, Kerzen hervorsuchen – und erstmal abwarten
  5. Im Unterschied zu Europa kann es hier doch recht abgehen. Momentan kriegen wir wieder 30 cm Schnee innerhalb von 3 Stunden. Das kann eben doch schnell mal ins Auge gehen, wenn man unterwegs nicht mehr weiterkommt
  6. das gleiche Spiel eine Woche später

Panik ist aber trotzdem nicht angesagt, es ist eher gemütlich und friedlich. Übrigens ist jeder Hausbesitzer in Boston für seinen Abschnitt des Gehsteigs verantwortlich: Wer den Schnee nicht zeitig genug wegmacht wird gebüsst. Jawoll, und das funktioniert super. In Zürich würde das nie funktionieren, ich schaufle doch nicht für meine Mitmenschen den Schnee weg.

Nicht “never” ending – eher “ending” ist hingegen unsere Job-Suche: Nachdem einer von uns schon seit knapp einem Jahr für die gleiche (coole) Firma tätig ist, hat der andere nach knapp 5 Interview Runden ebenfalls eine wirklich tolle Stelle gefunden. Wir nennen uns eine “Startup Family” und arbeiten jeweils mit jungen Unternehmern und Firmen zusammen. Und zwar Amerikanisch: Das Motto ist einfach – das Produkt und die Idee sind genial, u

kann die Welt verändern. Man versucht das beste, gibt alles – und wenn man scheitern sollte, versucht man es einfach wieder. Es hat eben schon was mit der Freiheit, der Flexibilität und dem American Dream hier.

Unsere erste Erfahrung mit dem Amerikanischen Gesundheitssystem war übrigens super – das MGH ist einer der besten Spitäler der Welt, das Personal sehr freundlich, und die Gebäude top; und eine Kreditkarte mussten wir auch nicht zeigen. Fast wie in der Schweiz!

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