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Jahreszeiten oder auch nicht

Endlich ist es wieder soweit, draussen zwitschern die Vögel, die Katze verlässt wieder freiwillig die Wohnung, und man hat sogar richtig Lust darauf, die hölzerne Wohnung zu verlassen und die Gegend zu erkunden! Klingt nicht sonderlich speziell für Europäische Verhältnisse. Wir mussten jedoch auch in diesem Jahr feststellen, dass Herbst und Frühling ganz einfach inexistent sind hier in Boston. Gleich nach dem Sommer kommt der Winter. Da liegen nämlich erstmal 2 Meter Schnee (die über drei Tage und stürmische Nächte gefallen sind – und die Metro für ganze 3 Tage völlig lahmgelegt haben), und es dauert seine Zeit, bis diese dann wieder weggeschmolzen sind. Natürlich geht das nur, wenn’s wärmer wird – tut es aber nicht. Bis es urplötzlich wieder 20 Grad Celsius ist. Alles klar? :)

Womit wir schon beim nächsten Thema sind – Holzhütte, Baby und Nachbarn. Um was geht’s genau? Naja, wer uns schon hier besucht hat, kennt unsere liebe Bruchbude hier (unsere Eltern beschreiben sie unabhängig voneinander als “wie im Mittelalter”). So dramatisch ist es selbstverständlich nicht, aber die Kombination ist es eben, die es ausmacht:

  • Holzhütte heizen: im Rekordwinter hiess das in den letzten 4 Monaten jeweils über $300 Heizkosten pro Monat. Es wird zwar recht schnell warm, aber die Wärme geht leider fast so schnell durch die undichten Fenster und Türen und die papierdicken Wände wieder verloren.
  • Babyschlaf: Die Heizung rattert, dröhnt und klopft wenn sie läuft, direkt unterhalb des Babyzimmers. Getrennt nur durch eine Bretterschicht (im Badezimmer sieht man, ob das Licht im Keller an ist, durch ein Loch neben dem Heizungszufluss!!!). Die Lösung heisst entweder frieren während das Baby schläft, oder Babyschlaf und Heizplan genauestens aufeinander abstimmen.
  • Wetterbedingt entschieden unsere Nachbarn im Winter, den Keller als sechstes Wohnzimmer und Spielwiese für ihre Kinder zu benutzen. Das ist dann so laut wie wenn sie gleich bei uns in der Wohnung kreischen und rumrennen würden.

Wäre also eine eigene Wohnung kaufen eine Option? Irgendwie wär’s noch cool – für die Kleine, wenn sie dann in 20 Jahren mal in die USA ziehen will (ja, wir kommen sicher mal in die Schweiz zurück – Colleges sind hier unbezahlbar). Wir könnten die Wohnung wohl ohne Weiteres vermieten, wenn wir zurück in die Schweiz gehen. Und vor allem wäre es viel schöner und etwas moderner als im Mittelalter! Wir werden sehen.

Die Rekord-Besucher-Welle ist übrigens schon vorbei, das Baby fast der gesamten Familie vorgestellt, und seit dieser Woche sind wir wieder unter uns. Wir suchen aber immer wieder nette Babysitter! Allerdings können wir kein Gästezimmer mehr offerieren (oder will jemand mit dem Baby im gleichen Zimmer schlafen?). Aber die Kleine ist ja Bonus genug, nicht wahr? :)

harold concord

Im Spital

Wir haben wohl noch nie in unserem Leben so viel Zeit in einem Spital verbracht wie hier in den USA. Aber wir können euch beruhigen, wir hatten einen schönen Grund für den Aufenthalt :) Und es war eine sehr gute Erfahrung! Top “service” (wenn man dem so sagen kann), sehr freundliches und zuvorkommendes Personal und gutes Essen! Und die Kreditkarte mussten wir auch nie zücken!

Ein paar Eindrücke vom Spital:

  • Das Mass General Hospital ist nach der Mayo Clinic in Minnesota das zweitbeste Spital der USA und verfügt über das grösste Forschungsbudget weltweit. Wir fühlten uns jedenfalls rund um die Uhr wohl und richtig gut betreut.
  • Der Spitalcampus umfasst Gebäude die locker mit den Schweizer Spitälern mithalten können; in anderen Teilen scheint aber die Zeit stehengeblieben zu sein.
  • Essen bestellt man von der grossen Speisekarte, die täglich ändert. Bestellen kann man so viel man will und die Mahlzeiten sind amerikanisch gross.
  • Bezahlen muss man vor Ort nie etwas. Gezeigt wird die Krankenkassenkarte und das war’s. Man muss aber unterschreiben, dass die Daten mit anderen medizinischen Providern geteilt werden dürfen und dass man für jene Kosten aufkommt, die von der Krankenkasse nicht gedeckt sind.
  • Als Besucher oder Patient kostet ein Parkplatz in der Garage maximal $10 pro Tag.

Der Grund für den Spitalaufenthalt war wie gesagt ein schöner: Seit kurz vor Weihnachten sind wir zu dritt hier in Somerville! Die neue Mitbewohnerin trägt noch nicht viel zum Haushalt bei (ausser extra Wäsche) und hält auch von Ruhezeiten nicht viel. Ansonsten ist sie aber perfekt und wir würden sie nie mehr hergeben! (Die Katze könnte diesbezüglich allerdings eine andere Meinung haben.)

Seit Weihnachten ist nun schon einige Zeit vergangen, Besuch war hier und ist wieder abgereist – und viel Schnee ist gefallen! Nach Wintersturm Juno, die uns über Nacht mit Sturmwind knapp einen Meter Schnee brachte, beglückt uns heute Linus mit noch mehr Schnee – und es waren noch nicht mal alle Strassen geräumt vom Juno-Schnee! Wir hoffen, wir bleiben dann wenigstens für den Rest des Winters etwas verschont! Immerhin haben wir jetzt wider genügend Vorräte und Konserven im Schrank: Am Tag vor dem Sturm werden jeweils die Läden leer gekauft und man muss froh sein, wenn man noch eine Milch ein paar schrumpflige Kartoffeln findet. Dabei ist Essen noch die kleinste Sorge: Viel schlimmer als Hunger wäre es, wenn der Strom ausfallen oder die Wasserleitungen einfrieren würden – beides leider sehr realistische Szenarien.

Aber bisher haben wir alles gut überstanden. Und vielleicht dauert es ja dieses Jahr nicht bis im April bis der Frühling beginnt!

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Baby-Duschen und andere Geschenke

Was man nicht so alles mit den USA in Verbindung bringt. Fast Food – ja klar. Shopping? Auf jeden Fall! Kinder? Naja, eher nicht im ersten Moment. Nun wissen wir: es ist die Kombination! Wenn alles gut geht kommt der Nachwuchs noch vor Weihnachten auf der Welt. Und ja, es wird natürlich eine Amerikanische Staatsbürgerin werden – noch bevor die Schweiz überhaupt etwas von ihr weiss.

Bis zum ersten Arztbesuch funktioniert Baby-mässig alles gleich :). Die Unterschiede danach sind minim. Wir haben das Glück, mit dem Massachusetts General Hospital eines der besten Spitäler der Welt um die Ecke zu haben. Die Infrastruktur ist top modern, das ganze eher anonym (völlig ok) und die Baby-Abteilung mit modernsten Sensoren (und die eigentlichen Babys mit GPS Trackern!) ausgerüstet. Es gibt individuelle Zimmer, zwei davon mit Wirlpool, und die “Childbirth Education Class” ist wirklich gut. Wir wissen nun wie viele Kaiserschnitte es in den USA so gibt (knapp 60%!), haben uns mit iPhone Apps eingedeckt um den Abstand der Wehen zu messen und überlegen die ganze Zeit, ob wir nun mit dem eigenen Auto oder per Uber ins Spital düsen sollen.

Und wie war das nun mit der Kombination aus Shopping, Fast Food und Kindern? Genau, Baby-Showers!! Das geht so: man wird von Arbeitskollegen ganz nebenbei gefragt, ob man denn die Baby-Registry nun bei Amazon or Baby-R-Us angelegt habe. Schwer von Begriff wie wir sind dauerte es ein paar Tage, bis wir die Wunschliste zusammen gestellt hatten. Und gleich ging es los: Wie wild kauften Freunde und Arbeitskollegen alles auf der Liste. Wir sind schon mit fast allem eingedeckt, was man für ein Konsum-Baby so braucht. Selber ausgegeben haben wir knapp $50. Und das ist noch nicht alles: Übergeben wird einem alles bei der Arbeit – da wird dann gleich noch eine Party organisiert, Muffins und Bier ausgeteilt, Berge von Geschenke angehäuft… Es war überwältigend, lustig und – ganz amerikanisch. Aber auf das haben wir uns ja eingelassen :)

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Auswanderung in Zahlen – 2 Jahre!

Vor 2 Jahren und 3 Tagen haben wir die Schweiz verlassen, und wir haben unser eigenes Jubiläum verpasst! Trotzdem gibt es ein paar Zahlen zur Feier des Tages:

  • in den letzten zwei Jahren waren wir nur 14 Tage nicht im Land; 11 in der Schweiz, 3 in Kanada
  • von den 50 US Staaten haben wir schon 31 bereist (Alaska, Washington, Oregon, California, Nevada, Arizona, Utah, Colorado, Minnesota, Iowa, Missouri, Wisconsin, Illinois, Michigan, Ohio, Pennsylvania, New York, Vermont, New Hampshire, Maine, Massachusetts, Rhode Island, Connecticut, New Jersey, Delaware, Maryland, Virginia, North Carolina, South Carolina, Georgia, Florida)
  • üblicherweise hat man pro Jahr nur 10 Ferientage, dazu kommen 13 Feiertage (in MA)
  • 12 Flaschen amerikanisches Bier (Sam Adams) kosten $16, 6 Flaschen deutsches Bier (Weihenstephaner Weissbier) $12
  • die Krankenkasse für die ganze Family schlägt mit $250 pro Monat zu buche, den Rest – $800!!! – trägt der Arbeitgeber
  • Mutterschaftsurlaub ist obligatorisch, 5 Wochen davon gibt’s in Massachusetts, weitere 7 sind (federal) law; aber unbezahlt
  • Der Grund weshalb man mit dem Auto einkauft, sind die grossen Verpackungen: die Milchpackung ist 3.8 Liter gross
  • Magazine für Pistolen mit 15 Kugeln sind illegal, man muss mit 10 Vorlieb nehmen
  • ein Hauptgang für mehr als $10 ist teuer, $15 überrissen
  • die Monatskarte für die Metro gibt’s für $75

Happy Labor Day!

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Frühlingslos!

In Boston gab es in diesem Jahr keinen Frühling. Nach eisiger Kälte (monatelang) und den bisher höchsten monatlichen Kosten für Gas und Strom ist es endlich warm geworden. Zu warm. Wir überlegen uns ernsthaft, eine hier typische “AC window unit” zu besorgen. Das ist eine Klimaanlage amerikanischer Art – modular und unkompliziert: Fenster öffnen (die kann man so nach oben schieben), Anlage (genormt!) reinstellen, Fenster runter – soweit es eben noch geht – dann noch mit etwas Plastik die Ritzen abdecken, zunageln, fertig. Mit einer solchen window unit bringt man die Temperatur auf erträgliche 20 Grad Celsius runter, deutlich kühler als es momentan in unserer Wohnung ist! Dafür ist es dann leider auch lauter…. Und die Stromrechnung ist dann wohl auch wieder auf Winter-Niveau. Entweder schwitzen wegen der Hitze oder wegen der Kosten, immer diese Entscheidungen!

Wie im letzten Jahr verbringen wir langsam aber sicher wieder mehr Zeit draussen. Meistens geht es mit dem Auto in die Berge – jawoll, Berge! In die White Mountains in New Hampshire. Der Staat ist unser absoluter Favorit: Hunderte Kilometer Wald, weniger Bewohnerinnen, viele Schwarzbären, keine Helmpflicht für Motorradfahrer (“Live free or die”) und eine Pistole kann man sich einfach mit dem Fahrausweis vom Laden mitnehmen. Aber am meisten gefallen uns schon die Berge! Und nein, die Berge sind natürlich nicht mit den Alpen vergleichbar. Trotzdem kann das wandern hier ein Abenteuer sein: verlaufen, wilde Tiere, unmarkierte Pfade, Unterkühlung und zu wenig Benzin im Auto haben und auf halber Strecke stehen bleiben – alles schon gehabt. Morgen geht es auf den Mount Washington (über 6000ft) – 2.45 Stunden fahren, 9 Meilen hiken (ca. 7.5 Stunden) und dann wieder 2.45 Stunden auf der Autobahn. Das ist Wandern in Neuengland.

Und ausserdem: Eine kleine Amerikanerin ist unterwegs (no, it won’t be a Heidi), viele Besuche stehen an (Manu, ich hoffe es klappt – und ja, Du auch Christianjan!), wir möchten eine Woche lang in die Ferien (ja Carmen und Röbu) und wir vermissen die Familie (Ameni, es wird alles gut :)) Wir freuen uns auf die kommenden Monate!

Happy 4th of July allerseits!

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Alltag?

Wie schnell der Alltag einkehrt merkt man wohl an der Häufigkeit unserer Blog-Posts; mehr als drei Monate ist es her seit dem letzten. Das ist einerseits ein gutes Zeichen, andererseits doch recht frustrierend! Wir machen die Ruhe deshalb jetzt mit einer Liste wett: 20 Dinge die wir in den letzten drei Monaten hier erlebt/gelernt haben.

  • Man kann in den USA ein Fondue in Schweizer Qualität hinbekommen! Mit Käse aus Frankreich und Wisconsin – und Brot von den Swissbäkers.
  • Eine Reise nach Miami ist auch zum zweiten Mal super, die Everglades wunderschön, und Key West immer noch genau gleich weit weg wie vorher (und deshalb ausser Reichweite).
  • In Boston wird schon am Mittag Bier getrunken – die Tour durch die eigentliche Brauerei verkommt dann eher zur Nebensache.
  • Lust auf ein Abenteuer auf dem Schiessplatz? Unterzeichnen muss man nur einen simplen “waiver”, das wars. Zur freien Verfügung stehen 9mm und Kaliber 45 Pistolen, Maschinengewehre und Shot-Guns. Einen Pin in Pistolen-Form gibt es kostenlos dazu.
  • Eine Reise im Zug von Boston nach NewYork fühlt sich fast schon wie in Europa an – nur haben wir da kein kostenloses Internet; und es funktioniert erst noch!
  • Nach einem mühsam ersten Jahr ist unsere diesjährige Steuerklärung nur noch 45 Seiten lang, im Vergleich zu knapp 59 im letzten Jahr! Cloud-based, natürlich.
  • Gewerkschaftlich organisierte Arbeiter (im Beispiel: “Zügel-Firmen”) sind extrem freundlich, extrem langsam, sehr ineffizient und können einem das Leben wirklich schwer machen.
  • Wir haben einen neuen Nachbarn – leider! Schon zum zweiten Mal hat uns ein Stinktier besucht, und sich vor unserem Schlafzimmer erleichtert. Es blieb nur die Flucht auf’s Sofa im Wohnzimmer. Wirklich (!) übel (!!).
  • Der Sommer lässt sich in diesem Jahr wirklich Zeit – heute, zum allerersten Mal, hiess es: 3/4 Hosen anziehen und Sonnencreme hervorkramen.
  • Aline, wir werden Dich vermissen – Du warst ein super Vorbild für unser US Abenteuer und wirst uns sehr fehlen!

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Winterzeit – a never ending story

Heute geniessen wir ungefähr zum etwa fünften Mal dieses Jahr einen “snow emergency”. Das ist ganz witzig zu erleben, es klingt meistens, als ginge die Welt unter. Ablauf und Verhaltensregeln:

  1. Man kriegt einen automatischen Anruf, ein SMS und eine E-Mail. Da wir sowohl auf der Liste von Somerville als auch Cambridge gelandet sind (wie bloss?) alles doppelt; d.h immerhin 6 mal der Hinweis auf den Emergency.
  2. Nach der Deklaration des “snow emergency” ist das parkieren nur noch auf einer Strassenseite erlaubt, nämlich jener mit den ungeraden Hausnummern.
  3. Alle rennen nach draussen und parkieren das Auto um; es herrscht Krieg, schliesslich sind doppelt so viele Autos draussen wie auf nur einer Seite Platz finden – wer zuerst kommt läuft weniger weit!
  4. Bier- und Wein-Vorrat auffüllen, Milch und Brot bereithalten, Kerzen hervorsuchen – und erstmal abwarten
  5. Im Unterschied zu Europa kann es hier doch recht abgehen. Momentan kriegen wir wieder 30 cm Schnee innerhalb von 3 Stunden. Das kann eben doch schnell mal ins Auge gehen, wenn man unterwegs nicht mehr weiterkommt
  6. das gleiche Spiel eine Woche später

Panik ist aber trotzdem nicht angesagt, es ist eher gemütlich und friedlich. Übrigens ist jeder Hausbesitzer in Boston für seinen Abschnitt des Gehsteigs verantwortlich: Wer den Schnee nicht zeitig genug wegmacht wird gebüsst. Jawoll, und das funktioniert super. In Zürich würde das nie funktionieren, ich schaufle doch nicht für meine Mitmenschen den Schnee weg.

Nicht “never” ending – eher “ending” ist hingegen unsere Job-Suche: Nachdem einer von uns schon seit knapp einem Jahr für die gleiche (coole) Firma tätig ist, hat der andere nach knapp 5 Interview Runden ebenfalls eine wirklich tolle Stelle gefunden. Wir nennen uns eine “Startup Family” und arbeiten jeweils mit jungen Unternehmern und Firmen zusammen. Und zwar Amerikanisch: Das Motto ist einfach – das Produkt und die Idee sind genial, u

kann die Welt verändern. Man versucht das beste, gibt alles – und wenn man scheitern sollte, versucht man es einfach wieder. Es hat eben schon was mit der Freiheit, der Flexibilität und dem American Dream hier.

Unsere erste Erfahrung mit dem Amerikanischen Gesundheitssystem war übrigens super – das MGH ist einer der besten Spitäler der Welt, das Personal sehr freundlich, und die Gebäude top; und eine Kreditkarte mussten wir auch nicht zeigen. Fast wie in der Schweiz!

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Pity Party!

Zum zweiten Mal heisst es Weihachten feiern in Amerika. Wie gewohnt ohne Familie und ohne langjährige Freunde – dafür mit viel Selbstmitleid 😉 Denn zu dieser Jahreszeit verabschieden sich nicht nur die meisten Amerikaner, sondern auch der grösste Teil der internationalen Community, und fliegt zurück “nach Hause”. Übrig bleiben die einsamen hartgesottenen Auswanderer, die sich selber und allen anderen beweisen, dass mit gutem Essen, neu gefundenen Freunden und nicht wenig Alkohol dieses Fest trotzdem ganz schön sein kann. Ganz nach der Beschreibung auf urbandictonary.com:

“A way of experiencing grief, in which you spend your time feeling sorry for yourself and whining endlessly about how crappy your life is.” (es lohnt sich, die ganze Definition hier zu lesen!)

Nach Thanksgiving war der 25. Dezember übrigens der zweite Tag, an dem das Land stillsteht – nur CVS und Walgreens hatten als einzige Geschäfte noch geöffnet. Ganz ungewohnt, aber auch wunderbar gemütlich. Und jetzt? Jetzt warten wir erstmal ab, bis wir den Rutsch ins neue Jahr ebenfalls überstanden haben. Unsere beiden Arbeitgeber haben uns entweder ganz frei gegeben (ha, das gibt dann schon ganze 3 Wochen Ferien pro Jahr!), oder sind mit “working from home” einverstanden. Was wollen wir auch anderes machen, denn trotz Schneemangels ist es eisig kalt, und wir finden immer wieder neue Ritzen in unserem 100%igen Holzhäuschen, die für ein bisschen Frische sorgen.

Wir sind gespannt was das neue Jahr so bringen wird. Vorsätze gibt es keine, das haben wir aufgegeben – zu unberechenbar ist das Auswanderer-Leben! Wir hoffen auf ein bisschen mehr geniessen (alles ist organisiert: Banken, Versicherungen, Auto, Katze, Wohnung…), ein bisschen mehr reisen (in Amerika!), viel Besuch (der aber etwas gleichmässiger über’s Jahr verteilt ist als dieses Jahr) und die eine oder andere Käselieferung aus der Schweiz…

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Der 2. Indian Summer!

Kaum zu glauben, aber inzwischen erleben wir die Jahrszeiten bereits zum zweiten Mal. Vor genau 14 Monaten sind wir in Boston angekommen. Die Farben waren damals etwas intensiver, die Temperaturen höher, und die Tage länger. Oder täuscht alles und wir haben uns einfach schon ein bisschen an die neuen Eindrücke gewohnt? Wer weiss!

Neu war auf jeden Fall unsere Reise in die Schweiz und nach Deutschland. Zum ersten mal in unserem Leben hiess es auf dem Ticket BOS – ZRH – BOS; Ferien in Europa! War es schön? Unglaublich! Hat es sich gelohnt? Auf jeden Fall! Und Freunde und Familie? Es war wunderschön sie alle wieder zu treffen, und Stabilität und Vertrautheit zu erleben. Es ist schön zu wissen, dass man jederzeit zurück in die Schweiz kommen könnte und man immer willkommen ist.

Hat sich in der Schweiz viel verändert? Vermutlich ja – vieles blieb aber auch beim alten. Das war recht krass, denn wir haben in der Zwischenzeit so viele neue Eindrücke wie noch nie gewonnen, Leute kennen gelernt, Auto gefahren (jaja), geflogen, gegessen und genossen wie im vergangenen Jahr. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch!

Update: inzwischen durften wir schon zwei weitere Gäste bei uns hier in den USA begrüssen, haha!

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Chancen auf Gewinn

Wie gross sind eigentlich die Chancen, eine Greencard zu gewinnen in der Lotterie?  Die unten stehenden Zahlen sind aus der Statistik der Lotterie 2013, die Zahlen sind jedes Jahr ein bisschen anders.

Insgesamt werden jedes Jahr 50’000 Karten vergeben. Davon gingen 2013

108 nach Oesterreich

131 in die Schweiz

1’253 nach Deutschland

Bei unserer Aktivierungsreise hat uns der Zöllner gesagt, als Schweizer und als Holländer habe man die besten Chancen eine Karte zu gewinnen. Rechnet man es auf die Einwohnerzahlen um, sieht es so aus:

Oesterreich: 8.5 Mio. Einwohner, d.h. 0.001% Greencard pro Person

Schweiz: 8.1 Mio. Einwohner, d.h. 0.003% Greencard pro Person

Deutschland: 80.5 Mio. Einwohner, d.h. 0.002% Greencard pro Person

Das sind natürlich rein theoretische Zahlen, in Wirklichkeit nehmen ja laengst nicht alle Leute an der Lotterie teil :)

Am meisten Karten gehen uebrigens nach Nigeria (rund 6’220), Ghana (rund 5’100) und Aegypten (rund 5’020). Da stehen die Chancen in Laos und Timor-Leste (je 1) doch deutlich schlechter.