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Autokauf und Versicherungen

Autokauf und Versicherungen

Natürlich sind die USA ein Autoland und es ist entsprechend einfach, ein Auto zu kaufen – naja, nicht wirklich. Gebrauchtwagen über Private zu ersteigern ist wirklich keine grosse Sache. Kelly’s Bluebook anschauen, den aktuellen Wert ermitteln, Craigslist anwerfen und Probefahren. Gekauft ist dann schnell. Doch wirklich weiterbringen tut einen das nicht – denn wir möchten unser Auto finanzieren, um die Credit History zu verbessern.

Preisverhandlungen

Ein neues oder gebrauchtes Auto über einen Händler zu kaufen ist ein wahres Abenteuer. Im Gegensatz zur Schweiz wird hier mit harten Bandagen gekämpft und gezockt. Wir wurden zum Kauf gedrängt und zum unterschreiben aufgefordert. Doch nicht mit uns. Dank amerikanischer Freunde wurden will bald zu Vollprofis. Hier unsere Taktik:

  • Unangemeldet auftauchen und eine unverbindliche Probefahrt machen
  • Immer auf alternative Modelle anderer Hersteller verweisen, die einen ebenfalls interessieren (nicht zu erkennen geben, dass einem das Auto wirklich gefällt).
  • Als Paar geteilter Meinung sein (gegen aussen): Ich spielte den bösen Ehemann, der nur der Ehefrau zuliebe noch bei diesem Händler sitzt.

Ihr bekommt dann erstmal den Listenpreis präsentiert und gleich eine Absichtserklärung zur Unterschrift, das Auto zu diesem Preis kaufen zu wollen. Also auf keinen Fall unterschreiben, sondern erstmal an die frische Luft gehen, einkaufen, oder was auch immer. Nur raus! Um das zu verhindern ruft der Verkäufer meistens den „General Sales Manager“ herbei. Dieser rattert dann nochmals die Features und Vorteile des Autos durch und offeriert einen ersten Rabatt: „What ist the problem here? Do we have to work on the price? What can we do for you, to get you buy this car?“ Jetzt nur nicht einschüchtern lassen!

Leasing und Finanzierung

Wir durften die Hilfe amerikanischer Freunde in Anspruch nehmen, die uns auf Leasing und Finanzierung aufmerksam machten. Mit einem Leasing bekommt ihr einen tollen Neuwagen der aktuellen Generation für wenig Geld, beispielsweise einen Ford Escape 2013 für knapp 200 USD pro Monat über einen Zeitraum von 3 Jahren (Neupreis ca. 28’000 USD). Allerdings: Mit einer kurzen Credit History wird das abgelehnt und von keiner Bank bewilligt. Und auch wenn man eine lange Credit History hat: Wenn ihr nicht schon mindestens 1 Jahr in den USA am arbeiten seid, werdet ihr trotzdem abgelehnt. Setzt deshalb besser gleich auf die Finanzierung, d.h. die Aufnahme eines Kredites. Der Vorteil: Ihr verbessert eure Credit History und das Auto gehört am Ende euch. Der Nachteil: Man kann sich meistens kein neues Auto leisten, sondern ein gebrauchtes.

Anzahlung als Anreiz für den Händler

Unsere amerikanischen Freunde setzen voll auf Konfrontation und wollten beim Ford nur 500 USD als Anzahlung anbieten. Das wäre ein toller Deal, nur leider völlig illusorisch für frisch zugezogene Ausländer. Nachdem wir auch bei Volkswagen USA damit abblitzten änderten wir die Taktik: Für einen gebrauchten Toyota RAV4 mit 26000 Meilen (ausgeschrieben für 19’000 USD) boten wir schon beim ersten Mal 8’000 USD Anzahlung an. Damit hatten wir den Händler in der Tasche – weil niemand soviel abbezahlt. Natürlich boten wir das nur bei der Finanzierungsvariante an (nicht bei einem Leasing) – weil uns damit schon die Hälfte des Autos gehörte. Uns wurde schon da in Aussicht gestellt, es würde schon eine Bank den Kredit übernehmen

Rabatte

Soweit so gut. Unser RAV4 war schon einer der günstigsten aller von Toyota Händlern angebotenen zertifizierten(!) Fahrzeugen – und trotzdem über dem Durchschnittspreis von Kellys Bluebook (der war 1000 USD tiefer). Wir blieben hart und drohten damit, auf den Kauf zu verzichten – wieso mehr bezahlen als im Onlinevergleich angegeben? Der Händler versuchte es mit der Mitleid-Taktik: der general used car manager wollte uns weismachen, er dürfe einfach keine Rabatte geben auf gebrauchte Autos. Wir gaben fast nach – und wollten dann aber doch wieder eine Auszeit nehmen. Plötzlich war es kein Problem mehr und uns wurde der exakte Preis aus Kelly offeriert. Es hat sich gelohnt – und knapp 7 Stunden gebraucht. Wir waren erledigt.

Versicherungen – achtet auf die driver’s history

Trotz vieler gegenteiliger Berichte im Internet war es für uns ganz einfach, eine Auto-Versicherung abzuschliessen, trotz CH-Ausweis und der geringen Credit History (die übrigens hier keine Rolle spielt, man sammelt für die Zahlungen an die Versicherungen auch keine Punkte). Am besten einfach online bei den grössten 10 Anbietern Angebote vergleichen. Die Hälfte scheidet dann aus, weil keine ausländischen Ausweise akzeptiert werden. Und die restlichen 5 variieren von 1000 bis 2500 USD(!!!) jährliche Police-Kosten. Wir haben uns für AAA entschieden und bekamen grad noch die Haushaltversicherung kostenlos dazu. Es hat sich also gelohnt, in Ruhe zu recherchieren. Man erhält übrigens einen tollen Rabatt (ca. 10 – 20%) wenn man eine drivers history ohne Unfall nachweisen kann. Dazu genügte in unserem Fall die Bestätigung der Autoversicherung aus der Schweiz bzw. Mobility. Wir mussten nicht mal das Strassenverkehrsamt bemühen.