Sommer, Wahlen und Formulare (Update 3 – US Staatsbürgerschaft!!!)

Beitrag am besten von unten nach oben durchlesen. Das ist bisher passiert (diese Liste wurde laufend ergänzt, letzte Aktualisierung: 18. Februar, 2017):

Update 3: US Staatsbürgerschaft

  • 02/08/2017 – Tag 161: Oath Ceremony

 

Update 2: Naturalization Interview

  • 12/22/2016 – Tag 144: Notification to Appear for Naturalization Initial Interview
  • 01/25/2017 – Tag 177: Naturalization Interview

Da war er also, der wohl wichtigste Tag in diesem Prozess – und, fun fact, knappe 5 Tage nach dem Amtsantritt von Donald Trump! Um 8.15 Uhr hiess es für mich, beim „JFK Federal Building“ zu erscheinen: die Sicherheitskontrolle ist wie beim Flughafen (einziger Unterschied: Wasser darf mit rein), das Gebäude selber wirkt wie jedes andere „government building“ in den USA, und die Mitarbeiter sind super (!) freundlich. Ziemlich nervös musste ich erstmal 45 Minuten lang warten, bis mich ein Officer schliesslich mit meinem Namen im – riesigen – Warteraum zu finden versucht. Zusammen liefen wir dann einen langen Gang hinunter, bis wir schliesslich in einem kleinen Büro ankamen. Und dann geht es los!

  • „Let’s get the civics questions out of our way“:
    • What does the President’s Cabinet do?
    • How many Justices are on the Supreme Court?
    • Name one branch of the government?
    • We elect a US Senator for how many years?
    • ((und zwei weitere Fragen, an die ich mich einfach nicht mehr erinnern kann))

Boah, das war’s – von den 100 Fragen werden nur 10 gestellt, und 6 davon müssen richtig beantwortet werden. Done!

  • Please read the following sentence: „George Washington was the first President“. Done! Geht ja recht schnell alles…
  • Please write the following sentence (den er mir gleich diktiert):  „Columbus Day is in October“.

DONE!!!! Das waren nur etwa 10 Minuten. Unglaublich. Der Rest war dann ganz einfach – während 15 Minuten gingen wir gemeinsam über die gesamte Bewerbung: sind alle Angaben richtig? War ich jemals mit zwei Frauen gleichzeitig verheiratet? Wieso habe ich eine militärische Ausbildung erhalten? Wie oft war ich im Ausland während der letzten 5 Jahre?

Nach 25 Minuten (!) die grosse Erleichterung: „I am going to approve your application, you will be scheduled for the Oath Ceremony right after this interview“. Unglaublich, ich kann es kaum glauben: nach einem zufälligen Greencard Gewinn bin ich drauf und dran, US Staatsbürger zu werden. Ein Amerikanischer Traum!

Update 1: Biometrics Appointment

  • 08/26/2016 – Tag 26: Notification Biometrics Appointment erhalten
  • 09/07/2016 – Tag 38: Biometrics Appointment

Wow, irgendwie geht das ganze doch schneller als erwartet: in der vergangenen Woche wurde ich nicht nur fotografiert (es brauchte ganze drei Anläufe, ich glaube ich habe etwas gar ernst dreingeschaut), sondern es wurden auch alle Fingerabdrücke genommen. Nächster Schritt: das FBI vergleicht die Abdrücke mit ihren Datenbanken (ich nehme an es wäre ein schlechtes Zeichen, falls ein „match“ zurück kommen sollte).

Der eigentliche Termin war locker: ich war eine halbe Stunde zu früh beim „Application Support Center“ – und das war kein Problem. Anstehen, Nummer ziehen (ich war in den 80ern, vor mir ganze 50 Personen). Es war einfach ein grosser, etwas trostloser Raum, vollgepackt mit Stühlen. Sobald man an der Reihe ist wird nochmals überprüft, ob es sich wirklich um den eigentlichen Applicant handelt, dann geht’s zum nächsten Raum. Dort sind 6 „PC Stationen“ installiert mit Finger-Abdruck-Scannern und Kameras. Der eigentliche Prozess dauerte knappe 10 Minuten, und das war’s. Ich war übrigens sehr angespannt, die Dame hat mir mehrmals gesagt „please relax“…

Originaler Beitrag: Application to become a US Citizen

  • 08/01/2016 – Tag 1: Unterlagen via UPS abgeschickt
  • 08/04/2016 – Tag 4: Lieferbestätigung UPS erhalten
  • 08/05/2016 – Tag 5: USCIS belastet Kreditkarte mit $680
  • 08/08/2016 – Tag 8: USCIS Eingangsbestätigung via SMS erhalten, inkl. Case Number
  • 08/12/2016 – Tag 12: USCIS Eingangsbestätigung via Post erhalten

Dieser Sommer ist definitiv heisser als sonst – seit knapp einem Monat geniessen wir mindestens 30 Grad (oder mehr), in Kombination mit mehr oder weniger erfrischenden Peinlichkeiten aus dem Wahlkampf.

Wir haben uns in diesem Jahr noch nicht sonderlich engagiert, werden aber sicher wieder nach New Hampshire fahren um für Hillary ein paar Stimmen zu sichern. Lohnt sich das überhaupt? Auf jeden Fall! Im Jahr 2000 verlor Al Gore den Staat nur wegen 2000 Stimmen (aus gesamt 540’000); und wenn er denn gewonnen hätte, wäre er damals Präsident geworden. Ein klassischer Swing-State eben, und das ist heute nicht anders. Spannend wird es auf jeden Fall!

Weniger ein Abenteuer als eine grosse Erleichterung ist die neue Wohnung. Ja, wir sind tatsächlich wieder umgezogen, zum 3. Mal in den USA – und es wird immer besser, dieses mal sind wir in “Cambridge” gelandet (fancy, oder?!). Mit Baby und Katze war es and der Zeit, in ein Haus ohne Löcher im Boden, ohne Miniature- Badewanne und ohne rollende Geschirrwaschmaschine zu ziehen. Und hier sind wir nun: in einer (zugegebenermassen überteuerten) Loft, untergebracht in einer früheren Bäckerei, mit Backsteinwänden, 3.5 Meter hoher Decke, ebenen Böden und brandneuen Bädern. Und alles funktioniert! Wie Ferien!

Der Umzug war mit ein Grund dafür, dass ich die form N-400 etwas verspätet ausgefüllt und abgeschickt habe. Das Formular an sich war eigentlich durchaus machbar. Das mühsamste? Jede (!) internationale Reise der letzten 5 Jahre auf den Tag genau (!!) anzugeben. Denn ein Kriterium ist, nicht länger als 6 Monate am Stück und maximal 2.5 Jahre (über die letzten 5 Jahre) den USA fern geblieben zu sein. Immerhin fand ich alle Flugtickets irgendwo in meiner Mailbox.

Meinen Freunden und Bekannten habe ich noch nicht davon berichtet. Was auffällt: die meisten Schweizer sorgen sich am meisten um meine anstehenden finanziellen Pflichten – “oh, dann bezahlst Du also dein Leben lang Steuern?” In der Diskussion wird meistens schnell klar, dass man am ehesten die Schreckensgeschichten aus den Medien kennt, und nicht so sehr das Steuersystem hier in den USA. Es ist weniger dramatisch als angenommen: unser kombiniertes Einkommen ist einfach zu gering (wir arbeiten daran 🙂 und ein Millionen-Erbe steht auch nicht an.

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